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Wie viel Düsternis braucht ein Krimi?

Im Herbst 2014 las ich einen Bericht über Carl-Johan Vallgrens Lesung aus „Schattenkind“ im Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum im Rahmen der Crime Cologne.
Dort betonte er, dies sei kein „typischer Schwedenkrimi“, sondern ein Fall mit viel Düsternis.
Ich frage mich, ob „Düsternis“ ein Qualitätskriterium für heutige Kriminalromane ist, denn „die Schweden“ liegen bei den Verkaufszahlen im deutschen Buchhandel im Genre Krimi weit vorne.
Wie viel Düsternis und Gewalt braucht ein guter Krimi? Diese Frage stelle ich mir oft, und ich kenne meine Grenzen, beim Lesen und beim Schreiben. Viele Leserinnen und Leser sehen das offenbar anders. Liegt es an den veränderten Sehgewohnheiten? An den Medien, die es ermöglichen, echte Enthauptungen anzusehen? Dagegen verblassen ja die vor einigen Jahren als Ursprung allen Bösens indizierten Ego-Shooter vollkommen. Erwarten Leser tatsächlich, dass wir Autoren das toppen?

Dieser Winter ist düster genug – für mich. Deshalb ein sonniges Bild für alle jene Leserinnen und Leser, die es gerne auch mal heller haben.

1 Kommentare

  1. Arne Dobler sagt

    Ich erinnere mich an den Leopoldsapfel als Folter- und Tötungsinstrument. Grauenhaft. Detailreichtum macht die Sache nicht besser. Den Autor meide ich seither.

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