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Sterbehilfe

Im Roman geht es auch um Sterbehilfe, ein nahe liegendes Thema, wenn ein Patient – wie Nina – fürchten muss zu ersticken oder einen anderen qualvollen Tod zu erleiden. Die Situation ist für die Betroffenen, ihre Familien, aber auch für Ärzte und Pflegekräfte sehr belastend.

In Deutschland wird seit langem darüber diskutiert. Wir unterscheiden zwischen passiver und aktiver Sterbehilfe.

Aktive Sterbehilfe, das „Töten auf Verlangen“ eines Menschen, etwa durch Medikamentengabe, ist nur in Belgien und den Niederlanden als einzigen EU-Ländern straffrei. In Deutschland drohen Ärzten und Pflegekräften bis zu 5 Jahren Gefängnis.

Bei passiver Sterbehilfe – die in Deutschland zulässig ist – ist auch der Wunsch des Patienten Ausschlag gebend. Hat er den Wunsch – etwa in einer Patientenverfügung – geäußert, dass keine lebensverlängernden Maßnahmen eingesetzt werden, können die Ärzte etwa Beatmungsgeräte ausschalten. Widersetzen sie sich dem ausdrücklichen Wunsch des Patienten, können sie wegen Körperverletzung belangt werden.

Indirekte Sterbehilfe liegt dann vor, wenn ein Sterbender zum Beispiel schmerzstillende Medikamente verlangt und bekommt, die als Nebenwirkung früher zum Eintritt des Todes führen. Diese Maßnahmen sind straffrei. Verweigert ein Arzt dies, kann er wegen Körperverletzung und unterlassener Hilfeleistung belangt werden.

Beihilfe zur Selbsttötung oder „assistierter Suizid“ findet dann statt, wenn der Arzt dem Patienten hilft, das richtige und tödliche Medikament selbst einzunehmen, sodass es nicht zu „Fehlversuchen“ mit erheblichen zusätzlichen Schädigungen kommt. In solchen Fällen ist die Rechtslage in Deutschland nicht eindeutig. Zwar dürfen Angehörige den Kranken eine tödliche Dosis Schlaftabletten in die Hand drücken, doch wenn die Kranken dann bewusstlos sind, muss sofort der Notarzt informiert werden, ansonsten drohen Strafen.

Gewerbliche Hilfen bei der Selbsttötung und auch die Gründung oder Mitgliedschaft in solchen Vereinen soll nach einem Gesetzentwurf unter Strafe gestellt werden. Abgesehen von der Gewissensentscheidung in jedem Einzelfall geht es auf Seiten der Ärzte und Pflegekräfte um juristisch einwandfreies Verhalten.

 

 

2 Kommentare

  1. Arne sagt

    Guten Tag Tess. Danke für diese Hintergrundinfos. Überhaupt finde ich, das ist eine tolle Idee, auf der Website Zusatzinfos zu geben. Das gibt dem Roman noch viel mehr Glaubwürdigkeit. Obwohl das gar nicht nötig wäre.
    Weiter so!

    • Guten Tag Arne, ich freue mich, dass dir das Konzept des Blogs gefällt. Ich geb mir weiter alles. Bis bald Tess

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